Geschichtsverein freute sich über viele Besucher im Sironabad

GVN

Rund 60 interessierte Gäste machten sich am 26. April, am XIX. rheinhessischen Römertag bei bestem Wetter auf den Weg zum Niersteiner Sironabad.

Für viele war es der erste Besuch in diesem bedeutenden Zeugnis aus der Römerzeit, andere wollten ihn Gästen zeigen oder Erinnerungen aus der Schulzeit auffrischen. Alle freuten sich das selten geöffnete Denkmal besichtigen zu können.

Vor Ort wusste eine Gruppe von Aktiven des Geschichtsverein Nierstein kenntnisreich und unterhaltsam aus der Geschichte zu berichten: Von den römischen Ursprüngen zur Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert und den verschiedenen Versuchen, aus den schwefelhaltigen Heilquellen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Da der Zulauf des schwefelhaltigen Wassers, dessen Ursprung bis heute nicht geklärt werden konnte, jedoch starken Schwankungen unterliegt und der nahe Rhein bei zu hohem Wasserstand den Abfluss des Quellwassers blockiert, waren sie letztlich alle zum Scheitern verurteilt.

Die Faszination dieses ungewöhnlichen Ortes ist jedoch nach wie vor ungebrochen, auch wenn eine gehörige Portion Fantasie dazu gehört, sich vorzustellen, wie die Räume des Heilbads im 19. Jahrhundert einmal ausgesehen haben könnten.

GVN Eine besonders wichtige Quelle zur Wiederentdeckung der Heilquelle im 19. Jahrhundert ist die kleine Schrift „Das Sirona-Bad bei Nierstein und seine Mineralquellen“ aus dem Jahr 1827 mit Beiträgen verschiedener Wissenschaftler.

Darunter auch der Mainzer Bibliothekar und Historiker Friedrich Lehne (1771 – 1836). Mit dessen Leben und Werk haben sich unser Mitglied Dr. Franz-Stephan Pelgen und Dr. Kai-Michael Sprenger – Direktor der Stiftung Orte der Demokratiegeschichte – intensiv befasst und mehrere Aufsätze dazu verfasst.

Auch sie nutzten die Gelegenheit, das Sironabad am Römertag selbst einmal wieder zu besichtigen und es dazu auch Thomas Lehne, einem Nachfahren aus Frankfurt, zu zeigen. Vor Ort waren auch unsere bayerischen Mitglieder aus Weßling-Hochstadt: Helmut Klausing – gebürtiger Niersteiner – und seine Frau Ingrid, die wieder einmal zu Besuch in der alten Heimat waren.

 

Fotos:

Alexander Estenfeld (rechts), einer der Aktiven des Geschichtsverein Nierstein, die aus der Geschichte der Heilquelle erzählten.

Torsten Schüller, Stephan Flessa und Axel Schwarz (v. links) freuten sich über den großen Zuspruch am Sironabad.

     
© Texte und Fotos – soweit nicht anders angegeben: Geschichtsverein Nierstein e.V.    
     

Nierstein, April 2026