Sommerkulturreise: Vom 26. bis 28. Juni 2026 ging es mit dem Geschichtsverein Nierstein in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt.

 

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Zum Auftakt legte die 43 Personen starke Reisegruppe unter der Leitung von Vorstandsmitglied Torsten Schüller einen ersten Stopp beim beeindruckenden Barock-Schloss Friedenstein ein. Fachkundig geführt, gab es viel Wissenswertes über das Wahrzeichen der Stadt Gotha zu erfahren, wandelte man an der Ahnengalerie entlang, besichtigte die Prunkräume und nahm im ältesten barocken Theater der Welt – dem Ekhof-Theater – Platz.

Ein anschließender Spaziergang durch die hübsch sanierte Altstadt gab Gelegenheit zu einer kleinen Stärkung, ein schattiges Plätzchen im Schlosspark sorgte für Erholung von der Hitze, die bei dieser Reise ein „treuer“ Begleiter war.

Der Besuch in Erfurt startete mit einer kurzweiligen Straßenbahnrundfahrt. Zur Freude aller hatten die Verantwortlichen die vorgesehene historische Straßenbahn kurzfristig durch eine klimatisierte Niederflurbahn ersetzt. Mit einem gemütlichen Abendessen in einem original thüringischen Gasthof in der Altstadt klang der erste Reisetag aus.

GVNÜber das pittoreske Erfurter Wahrzeichen, die Krämerbrücke, ging es am folgenden Tag zum evangelischen Augustinerkloster, einem herausragenden Beispiel mittelalterlicher Ordensbaukunst.

Für Martin Luther war es eine der bedeutendsten Stationen auf seinem Lebensweg, 1505 trat er in dieses Kloster ein und wurde Augustinermönch.

Neben den 700 Jahre alten Glasmalereien in der Kirche, dem Kapitelsaal und Kreuzgang war hier auch die Zelle, in der Luther damals gewohnt hat, zu besichtigen.

Der anschließende Besuch des Gedenkortes von Topf und Söhne ging vielen Besuchern unter die Haut: Die kürzlich neu eröffnete Ausstellung zeigte eindringlich, wie die Erfurter Firma zum technischen Handlanger der Nationalsozialisten wurde und mit leistungsstarken Verbrennungsöfen und effizienter Lüftungstechnik half, Konzentrationslager in Todesfabriken zu verwandeln.

     
Weiter ging es ins nahe gelegene Städtchen Weimar, das mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf die Besuchergruppe wartete: Neben der schönen Altstadt lockte es manchen in das deutsche Nationaltheater, das Goethehaus oder in das Haus der Weimarer Republik. Highlight für alle war jedoch sicher die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek mit ihrem glanzvoll ausgestatteten, historischen Rokoko-Saal, welche in einer einstündigen Führung intensiv besichtigt werden konnte.

Am dritten und letzten Tag besichtigten die Teilnehmer die UNESCO-Welterbestätte Alte Synagoge mitten in Erfurt unweit der Krämerbrücke. In der kurzweiligen Führung wurde die Entwicklungsgeschichte der ältesten bis zum Dach erhaltenen Synagoge in Europa dargestellt, bevor als weiteres Highlight im gut gesicherten Kellergeschoß die Präsentation des sogenannten Erfurter Schatzes besucht wurde.

Nach einer stärkenden Mittagsrast in einem Ausflugslokal vor den Toren der Stadt trat die Reisegruppe den Heimweg nach Nierstein an, wo alle trotz des heißen Wetters wohlbehalten und voller schöner Eindrücke von einer – so der einhellige Tenor – rundum gelungenen Fahrt eintrafen.

 

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© Texte und Fotos – soweit nicht anders angegeben: Geschichtsverein Nierstein e.V.    
     

Nierstein, Juli 2026