Aktuelles

Sommerkulturreise: Vom 26. bis 28. Juni 2026 ging es mit dem Geschichtsverein Nierstein in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt.

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Zum Auftakt legte die 43 Personen starke Reisegruppe unter der Leitung von Vorstandsmitglied Torsten Schüller einen ersten Stopp beim beeindruckenden Barock-Schloss Friedenstein ein. Fachkundig geführt, gab es viel Wissenswertes über das Wahrzeichen der Stadt Gotha zu erfahren, wandelte man an der Ahnengalerie entlang, besichtigte die Prunkräume und nahm im ältesten barocken Theater der Welt – dem Ekhof-Theater – Platz. Ein anschließender Spaziergang durch die hübsch sanierte Altstadt gab Gelegenheit zu einer kleinen Stärkung, ein schattiges Plätzchen im Schlosspark sorgte für Erholung von der Hitze, die bei dieser Reise ein „treuer“ Begleiter war.
Der Besuch in Erfurt startete mit einer kurzweiligen Straßenbahnrundfahrt. Zur Freude aller hatten die Verantwortlichen die vorgesehene historische ...

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Auf der Suche nach der vergangenen Zeit –
Eine Nachfahrin der jüdischen Weinhändlerfamilie Blum besucht Nierstein

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Naomi Lewin hat sich auf diesen Besuch gefreut, sagt sie, denn als sie vor Jahren schon einmal mit ihren beiden Schwestern in Nierstein war, fanden sie sich allein nicht gut zurecht.

An der Sprache kann es dabei nicht gelegen haben. Ihr Deutsch ist hervorragend. Nach ihrem Studium in Yale hat sie in den 1970er-Jahren in Mainz Gesang studiert. Aufgewachsen an der amerikanischen Ostküste in einer deutsch-jüdischen Familie, sucht sie nach Spuren, will die Orte besehen und erfahren, an denen ihre Vorfahren über Jahrzehnte lebten.

Ihre Urgroßmutter Juliane Blum (1859-1942) stammte aus Nierstein. Sie war das fünfte Kind des jüdischen Weinhändlers Abraham Blum (1821-1891), der mit seiner Familie in einem kleinen Haus am Marktplatz wohnte. Dessen Großvater Benedict Mendel (um 1765-1859) dürfte der früheste Blum sein, der sich in den Akten greifen lässt.

Jörg Adrian, im Geschichtsverein Nierstein für die Gedenk- und Erinnerungsarbeit zuständig, hat vorab für offene Türen gesorgt und nimmt sie mit auf einen Spaziergang durch Niersteins historische Mitte.

Erste Station ist das einstige Wohnhaus von Gustav und Charlotte Blum in der Rheinstraße 23. Rolf und Beatrix Böttcher erläutern ausführlich die zahlreichen ...

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Geschichtsverein Nierstein und IG Schwabsburg vereinbaren gegenseitige Mitgliedschaft

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Die gegenseitige Mitgliedschaft zwischen dem Geschichtsverein Nierstein und der Interessengemeinschaft Schwabsburg wurde jetzt besiegelt.

Aus diesem Anlass trafen sich die beiden Vorsitzenden Hans-Peter Hexemer und Alexander Hoyer sowie Axel Schwarz, Schatzmeister des Geschichtsvereins, im Vereinsraum des Geschichtsvereins im Rathaus. Während sich der Geschichtsverein der Förderung der wissenschaftlichen Erforschung und der Darstellung der Niersteiner Geschichte und seiner Umgebung widmet, habe die IGS mit dem Museumsraum zur Schwabsburger Geschichte einen anderen Ansatz gewählt. Beiden Vereinen gehe es darum, etwas für die Stadt insgesamt bzw. für den Ortsteil zu tun. „Deshalb ist es gut, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Im Team können wir mehr tun.“, sagen Hoyer und Hexemer.

Darüber hinaus verbindet die beiden Vereine insbesondere, dass beide jeweils einen Teil des künstlerischen Nachlasses des aus Schwabsburg stammenden Hobbykünslers Martin Kuchler erhalten haben. Auf diesen Bildern sind zahlreiche historische Motive aus Nierstein und insbesondere Schwabsburg festgehalten, Gebäude und Situationen, die heute so nicht mehr existieren. „Dieses Erbe Martins Kuchlers zu bewahren ist für beide Vereine ein wichtiges Anliegen“, betonen Hans-Peter Hexemer und Alexander Hoyer. In den Niersteiner Geschichtsblättern seien und würden weiter viele historische Themen des Ortsteils publiziert.

Foto: Geschichtsverein Nierstein

     

     

Niersteins historisches Gedächtnis ist bald gerettet

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Erneut 20.000 Euro Förderung für das Stadtarchiv

Eine gute Nachricht für Nierstein: Auch 2026 erhalten die Stadt und der Geschichtsverein vom Land Rheinland-Pfalz eine Förderung für die Rettung teils schwer geschädigter historischer Dokumente im Stadtarchiv.

Mit 20.000 Euro wurde die maximal mögliche Zuwendung pro Jahr bewilligt – es ist bereits der siebte Förderantrag in Folge, dem das Land zustimmt.

Für Dr. Susanne Bräckelmann, 2. Vorsitzende des Geschichtsvereins Nierstein und Archivbeauftragte der Stadt, ein Beleg dafür, wie wertvoll das Niersteiner Stadtarchiv mit seinen bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden historischen Dokumenten ist.

Und auch ein Beleg dafür, dass ihr Planungskonzept – eine wesentliche Grundlage für die Förderanträge – überzeugt.

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Großes Interesse an der Geschichte der Niersteiner Mälzerei

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Mehr als 100 Gäste strömten in den Hof des Weinguts Gustav Strub, um sich zusammen mit dem Geschichtsverein Nierstein an die Niersteiner Mälzerei zu erinnern.

„Aus den Augen, aus dem Sinn?“ war das Motto der Veranstaltung. Eine Frage, die ganz klar mit „nein“ zu beantworten ist: Auch nach ihrem Abriss im Jahr 2012 hat die Mälzerei in der Erinnerung der Niersteiner einen festen Platz.

Das machten viele Teilnehmer deutlich, die in der von Vorstandsmitglied Jörg Adrian moderierten Gesprächsrunde erzählten: Wie sie selber in der Malzfabrik gearbeitet haben – meist eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit. Wie die Qualitätskontrolle im Labor ablief, und wie die Ehefrau des Betriebsleiters für die Betreuung der kleinen Kinder von Mitarbeiterinnen sorgte. Oder von den ...

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Geschichtsverein freute sich über viele Besucher im Sironabad

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Rund 60 interessierte Gäste machten sich am 26. April, am XIX. rheinhessischen Römertag bei bestem Wetter auf den Weg zum Niersteiner Sironabad.

Für viele war es der erste Besuch in diesem bedeutenden Zeugnis aus der Römerzeit, andere wollten ihn Gästen zeigen oder Erinnerungen aus der Schulzeit auffrischen. Alle freuten sich das selten geöffnete Denkmal besichtigen zu können.

Vor Ort wusste eine Gruppe von Aktiven des Geschichtsverein Nierstein kenntnisreich und unterhaltsam aus der Geschichte zu berichten: Von den römischen Ursprüngen zur Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert und den verschiedenen Versuchen, aus den schwefelhaltigen Heilquellen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Da der Zulauf des schwefelhaltigen Wassers, dessen Ursprung bis heute nicht geklärt werden konnte ...

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Zahlreiche Teilnehmer beim Kornsand-Gedenken

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Rund 150 Menschen haben am Kornsand des sogenannten „Kornsandverbrechens“ gedacht.

Die jährlich vom „Arbeitskreis Kornsand“ organisierte Gedenkfeier erinnert an die Opfer Cerry Eller, Johann Eller, Jakob Schuch, Nikolaus Lerch, Georg Eberhardt und Rudolf Gruber. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Orchester der Jugendmusikschule Oppenheim und verlieh der Veranstaltung eine zusätzliche würdige Atmosphäre.

Johanna Stein, Sprecherin des Arbeitskreises, zeigte sich bewegt von der großen Beteiligung. Diese sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten – und zugleich Ausdruck einer lebendigen Erinnerungskultur und Menschlichkeit sind.

Treburs Bürgermeister Jochen Engel sprach im Namen der Gemeinden Nierstein, Oppenheim und Trebur. In seiner Rede stellte er eine zentrale Frage: Wie werden aus „normalen“ Menschen Täter? Eine Frage, die nicht nur die Vergangenheit betreffe, sondern auch die Gegenwart – angesichts zunehmender Verrohung im öffentlichen Raum und in sozialen Medien.

Die Hauptrednerin Martina Ruppert-Kelly, Leiterin der Gedenkstätte KZ Osthofen, erinnerte an den vielfach verfolgten SPD-Politiker Johann Beckenbach. Dieser war unter anderem im KZ Osthofen und im Lager Rollwald inhaftiert. Bereits 1980 hatte er am Kornsand eindringlich gefordert, insbesondere junge Menschen für die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen und für eine Gedenkkultur zu gewinnen – ein Appell, der bis heute nachwirkt.

Hans-Jürgen Pilgerstorfer (Text und Bild)

www.gg-online.de/kornsandverbrechen

     

     

Lebendige Zeitreise in die Vergangenheit mit dem Geschichtsverein Nierstein

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Zum ersten bundesweiten Tag der Demokratiegeschichte am 18. März präsentierte der Geschichtsverein Nierstein drei moderne, neue Wege, um historische Entwicklungen und Zusammenhänge anschaulich und lebendig darstellen und vermitteln zu können.

Die Graphikerin und Historikerin Cornelia Kandler berichtete, wie ihre Graphic Novel „Anna und die Mainzer Republik“ entstand und zeigte auf, wie mitreißend und einprägsam ein Comic in die Vergangenheit entführen und die historischen Zusammenhänge verständlich machen kann.

Jörg Adrian, Geschichtslehrer und Vorstandsmitglied im Verein, präsentierte anhand ausgewählter Beispiele, wie modern geschichtliche Themen heute an Schulen vermittelt werden, z. B. durch Rollenspiele und Historische Fallanalysen, in denen Schülerinnen und Schüler komplexe Vorgänge nachvollziehen und ihre vielschichtigen Hintergründe verstehen lernen.

Filmemacher Jochen Werner stellte das Projekt des Geschichtsvereins „History fürs Handy – auf den Spuren von Freiheit und Demokratie“ vor. Der spannende Podcast und Audioguide stellt an 13 Orten in Nierstein Menschen vor, die sich im Laufe der Jahrhunderte für die Demokratie stark gemacht haben.

Beim Publikum kamen die innovativen Ansätze sehr gut an, wie die rege Diskussion mit allen Beteiligten deutlich machte. Sie alle sind ein wertvoller Beitrag zu dem stetigen Lernprozess, der zwingend notwendig ist, damit die Demokratie als freiheitliche Gesellschaftsordnung Bestand hat, wie Susanne Bräckelmann, zweite Vorsitzende des Vereins, hervorhob.

Cornelia Kandler, Jochen Werner, Susanne Bräckelmann und Jörg Adrian (v. l.)

Foto: Geschichtsverein Nierstein

 

Gefördert durch:

  Stiftung Orte der Deutschen Demokratie
     

     

Aufruf des Geschichtsvereins Nierstein zur Reinigung der Stolpersteine

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Seit dem vergangenen Jahr sind es 57 Stolpersteine, die in Nierstein und Schwabsburg an Menschen erinnern, die von den Nazis verfolgt wurden: Jeweils vor ihrem letzten frei gewählten Wohnsitz in die Bürgersteige eingelassen, berichten sie Namen und Daten dieser Opfer nationalsozialistischer Verbrechen.

Die Messinglegierung der Oberfläche verschmutzt jedoch mit der Zeit und muss regelmäßig gereinigt werden. Unter dem Jahr kümmern sich mittlerweile zahlreiche Paten um einzelne Steine, wofür der Geschichtsverein sehr dankbar ist.

Einmal im Jahr vor dem Kornsandgedenken ruft der Verein darüber hinaus zu einem gemeinschaftlichen Frühjahrsputz auf.

Der Verein freut sich deshalb, neben den Paten auch viele weitere Mitstreiter zu dieser Aktion begrüßen zu können. Treffpunkt ist am Samstag, 14. März 2026, um 10 Uhr auf dem Marktplatz in Nierstein. Von dort aus geht es in kleinen Gruppen zur Reinigung der Stolpersteine. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bei Vorstandsmitglied Jörg Adrian gebeten (eMail: jfadrian@web.de). Im Anschluss sind alle Helfer zu Imbiss und Umtrunk im Metternichhof eingeladen.

Die regelmäßige Reinigung der Stolpersteine ist ein deutlich sichtbares Zeichen dafür, dass wir die Erinnerung wachhalten, Verantwortung übernehmen und Stellung beziehen. Angesichts des seit vier Jahren tobenden Krieges gegen die Ukraine, der Demontage der Verfassung in den USA und nicht zuletzt des Erstarkens rechtsextremer Kräfte in unserem Land wird Tag für Tag deutlich, wie verletzlich Demokratie und Zivilisation sind, wie wichtig Solidarität in Vielfalt ist und wie nötig es wird, bewusst Zeichen gegen Gewalt und Unterdrückung, für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu setzen. Dazu trägt auch diese Aktion bei.

Foto: Geschichtsverein Nierstein

     

     

Großherzogin Eleonore - beliebte und volksnahe Landesmutter

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Ein umfassendes und detailreiches Lebensbild von Eleonore, der letzten Großherzogin von Hessen-Darmstadt und bei Rhein (1871–1937), zeichnete Jörg Hartung, der Geschäftsführer des Hofguts Guntershausen auf dem Kühkopf, beim Geschichtsverein Nierstein.

Rheinhessen gehörte von 1816 bis 1945 zum Großherzogtum. Als Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich heiratete sie 1905 den Großherzog. Sie suchte sich Betätigungsfelder im sozialen und karitativen Bereich.

Nach der Geburt ihres ersten Sohnes gründete sie eine Stiftung, die sich um Neugeborene im Land kümmern und erfolgreich der Säuglingssterblichkeit entgegenwirken konnte.

1912 übernahm sie als Nachfolgerin ihrer Schwägerin den Vorsitz im „Alicen-Frauenverein für Krankenpflege“. Als Schwester Marie pflegte sie Verwundete im 1. Weltkrieg.

Ein weiteres Arbeitsfeld war der „Verein der Freundinnen junger Mädchen“, der bis heute besteht mit dem Namen „Verein für Internationale Jugendarbeit – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Frauen“. Nach der Revolution 1918 lebte die Familie weiter in Darmstadt und blieb gesellschaftlich engagiert.

Für Jörg Hartung war Eleonore eine fortschrittliche Frau, die viel bewegt hat und Entwicklungen anstieß, die bis heute wirken. Bei alledem sei sie eine mitfühlende und zugewandte Landesmutter gewesen, was auch in ihren Spitznamen „Licher Lorchen“ zum Ausdruck komme.

Bis heute sei in Nierstein eine Straße nach Leonore und weitere nach Mitgliedern der Familie des Großherzogs benannt, merkte Vorsitzender Hans-Peter Hexemer an.

Referent Jörg Hartung (links) und Hans-Peter Hexemer.

Foto: Heiner Bräckelmann

     

     

Mahnwache: Nie wieder ist Jetzt! Aufruf zur Verteidigung der Demokratie

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Nie wieder ist Jetzt! Zum 81. Jahrestag der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933- noch heute oft sinnentstellend und leichtfertig als Tag der Machtergreifung bezeichnet - hatte die Niersteiner Initiative gegen Rechtsextremismus zu einer Mahnwache in den Niersteiner Park eingeladen und gut 150 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um den Appell des „Nie wieder 1933“ zu unterstützen und für die Verteidigung der Demokratie Flagge zu zeigen.

Neben dem Stadtbeigeordneten Michael Sander (SPD) und Maria Wali, eine der Sprecherinnen der überparteilichen Initiative ergriff auch der Vorsitzende des Geschichtsvereins Hans-Peter Hexemer das Wort und erinnerte daran, wie schnell 1933 eine Demokratie zerschlagen und die Nazis ihre Diktatur errichtet hatten.

Durch das Programm für Annette Volpp-Heidrich, während Jochen Settili auf dem Saxophon musikalische Akzente setzte. Schülerinnen und Schüler von Realschule Nierstein und IGS Oppenheim hatten unter anderen den Schriftzug „Nie wieder!“ aus Windlichtern aufgestellt. Nach dem Läuten der Kirchenglocken gedachten die Teilnehmer in einer Schweigeminute der Opfer des Nazi-Terrors. Die Rede unseres Vorsitzenden Hans-Peter Hexemer hier im Wortlaut:

Ansprache als pdf-Datei

Beteiligte der Nie wieder!-Mahnwache: Jochen Settili, Hans-Peter Hexemer, Annette Volpp-Heidrich, Maria Wali und Beigeordneter Michael Sander.

Foto: Hayri Mumcu

     

     

Holocaust-Gedenken oder Vergessene Nullfünfer: Geschichtsverein Nierstein gedenkt jüdischer Mitglieder von Mainz 05

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Jüdische Sportler, eine wenig beachtete Opfergruppe, stellte der Geschichtsverein Nierstein ins Zentrum seiner Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2026.

Mainz 05 wurde nicht nur von Eugen Salomon gegründet, sondern in den ersten Jahrzehnten gehörten auch zahlreiche jüdische Mitglieder dem Verein an und prägten ihn, bis sie 1933 zu den ersten Opfern der Nazis wurden und aus dem Verein geworfen wurden.

Auf die Spuren dieser „Vergessenen Nullfünfer“ begab sich Nils Friedrich und erforschte die Biografien von 12 bislang unbekannten Mitgliedern. Drei dieser Lebenswege stellte er kenntnis- und detailreich vor. Sie alle waren in Mainz gut vernetzt. So wie Siegfried Rosenbusch, Fasswein-Küfer, Fastnachter und Fußballer, der viel zum Vereinsleben beitrug. Er wurde nach Piaski deportiert und ermordet wie auch Willi Hirsch, gelernter Schneider und Fußballspieler.

Zudem erinnerte Friedrich am Emile Salomon, den Bruder des Vereinsgründers, erfolgreicher Leichtathlet, der schon 1920 mit seiner Heirat nach Luxemburg verzog, dort vor den Nazis nach den USA flüchten konnte, nach 1945 zurückkehrte, ein Bekleidungsgeschäft betrieb und 1975 starb. Sie alle prägten den Verein, weswegen dieser im Volksmund als „Judenverein“ galt.

Während Stadtbürgermeister Jochen Schmitt aller Opfer der Nazi-Willkür gedachte, warnte Vorsitzender Hans-Peter Hexemer vor einer KI-gesteuerten Kommerzialisierung des Gedenkens: „Wir brauchen weiter faktenbasiertes und empathisches Gedenken, eines mit Herz und Verstand.“

Foto: Geschichtsverein Nierstein

     

     

Der Niersteiner Wartturm im SWR-Fernsehen

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Im Rahmen der Aktion „Kennst Du Rheinland-Pfalz?“ konnten die Zuschauer des SWR in der Landesschau Typisches aus Rheinland-Pfalz erraten.

Fünf Bauwerke, Landschaften, Mundartbegriffe galt es in der Woche ab dem 12. Januar 2026 zu erkennen. Wer alle fünf Begriffe erraten hatte, konnte eine Wanderung mit Holger Wienphal gewinnen.

Den Auftakt der Rätselwoche machte ein Bauwerk in Nierstein. Hans-Peter Hexemer und Rudi Schott gaben in dem kleinen Film allerlei Hinweise auf dessen Geschichte und Nutzung, ohne den Namen zu verraten.

Des Rätsels Lösung: Niersteiner Wartturm. Jetzt, wo das Geheimnis gelüftet ist, möchten wir Ihnen diesen Film zum Niersteiner Wahrzeichen gerne hier präsentieren.

     

     

Geschichtsverein beim Adventsmarkt mit Demokratie-Quiz vertreten

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Erneut einen besonderen Akzent hat der Geschichtsverein Nierstein beim stimmungsvollen Adventsmarkt 2025 gesetzt.

Mit Bezug auf den im Herbst eröffneten Rundweg auf den Spuren der Demokratie und Freiheit befasste sich ein Demokratie-Ouiz mit sechs Fragen rund um die Niersteiner Demokratiegeschichte. Bis zum Abgabetermin am 31. Dezember 2025 machten zahlreiche Interessierte aus Nierstein und Umgebung dabei mit.

Die richtigen Antworten auf die Fragen waren Philipp Wilhelm Wernher, August Eckert, Jakob Schuch, Jakob Dörrschuck, Georg Schneider VII und Maria Sander.

Attraktiver Hauptpreis ist eine 3-Tage-Reise mit dem Geschichtsverein nach Thüringen sowie viele Sachpreise.

Am hübsch dekorierten Stand des Geschichtsvereins wurden außerdem die aktuelle Geschichtsblatt Ausgabe sowie weitere Publikationen angeboten. Zudem war der Adventsmarkt eine gute Gelegenheit für den Verein und seine Aktivitäten zu werben. Dank der Unterstützung über den Vorstand hinaus präsentierte sich der Verein mit vielen Mitgliedern an seinem Stand. Ihnen allen gilt ein herzliches Dankeschön.

Foto: Geschichtsverein Nierstein

     

     

Der Krieg 1870/71 und die Folgen für das 20. Jahrhundert

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Gemeinsame Vortragsveranstaltung in Selzen

Auf Einladung der Gemeinde Selzen, des Geschichtsverein Nierstein und der Heimatfreunde am Mittelrhein hielt der Historiker Prof. Dr. Tobias Arand aus Ludwigsburg einen Vortrag im Sängerheim des MGV Frohsinn 1870/71.

Ortsbürgermeisterin Diana Weber begrüßte eine interessierte Zuhörerschaft, vor allem aber Hans-Peter Hexemer, Vorsitzender des Niersteiner Geschichtsvereins und Dr. Tobias Schmuck, stellv. Vorsitzender der Heimatfreunde am Mittelrheim. Sie erinnerte an die Kerbe-Ausstellung, die sich mit dem vor 150 Jahren eingeweihten Kriegerdenkmal und den damaligen Ereignissen in Selzen befasste. Sie dankte dem MGV Frohsinn für die Bereitstellung des Sängerheims und Klaus Penzer, der die Veranstaltung vorbereitet hatte.

Prof. Dr. Tobias Arand lehrt an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Er hat sich mit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und dessen Folgen intensiv auseinandergesetzt.

Er führte aus, dass vieles von der Katastrophe des 20. Jahrhunderts im Triumph von 1871 begründet lag. Überheblichkeit auf der einen, Rachegedanken auf der anderen Seite. Prof. Arand stellte die Frage in den Raum, ob der 1. Weltkrieg denkbar gewesen wäre, wenn es das deutsch-französische Unglück des enthemmten Krieges von 1870/71 nicht gegeben hätte. Er sprach auch die Grenzerfahrungen an, die die Menschen in einem Krieg machen und an die nächste Generation weitergeben. Er zitierte den damalige Kronprinzen Friedrich Wilhelm, der 1888 nur wenige Monate nach seiner Thronbesteigung starb.

Dieser äußerste im Februar 1871 die Hoffnung … „dass sich die Deutschen und Franzosen statt im gegenseitigen Hass baldmöglichst annähern und stattdessen einen Wettstreit im Handel, in Kunst und Gewerbe aufnehmen werden.“ Es sollte 80 Jahre dauern bis sein Wunsch in Erfüllung ging.

Prof. Arand bezog auch die lokale Erinnerung mit ein und befasste sich mit dem Kriegerdenkmal in Selzen, dem in Schwabsburg und dem bis heute unter der mächtigen Friedenseiche sehr prominent platzierten Denkmal auf dem Niersteiner Marktplatz.

Der Vortrag ist in anderer Form hier bei youtube zu sehen: www.youtube.com/watch?v=XRJehfBFS-Q

 

Foto: Geschichtsverein Nierstein

     

     
     

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